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Alle Kompetenzen

Online Marketing –
Richtig oder gar nicht ...

von Sandra Hentschel

Da liest der Chef einen Artikel über Online-Marketing und sagt danach zu seiner Marketingleiterin: „Ich habe da einen Satz gelesen, der mich zum Nachdenken gebracht hat: Online-Marketing ist wie eine große Welle. Entweder lernt man, darauf zu reiten oder man geht unter … Hmm. Ich persönlich werde das Wellenreiten wohl nicht mehr lernen. Und Sie haben keine Zeit dafür. Aber ist noch ein Praktikant hier?“

Online-Marketing: Kann das der Praktikant machen?

Nein, kann er natürlich nicht. Aber eigentlich ist es keine schlechte Idee, einen jüngeren Mitarbeiter mit ins Boot zu holen. Ein „Digital Native“, also eine Person, die bereits in der digitalen Welt aufgewachsen ist und sich quasi von Geburt an in den digitalen Medien zuhause fühlt, schadet sicher nicht. Aber das alleine reicht nicht. Marketingwissen ist ebenso gefragt wie ein hohes technisches Verständnis und ein wirtschaftliches Denken. Im digitalen Marketing gilt es, verschiedene Disziplinen zu beherrschen und miteinander zu vereinen.

Die Disziplinen im Online-Marketing

Werbung im Internet ist fast wie ein Zehnkampf. So ist es auch hier wie bei jedem Leistungssport: Erfahrung und Vorbereitung sind alles, ebenso wie der Wille, ständig besser zu werden. Deshalb beginnt gutes Online-Marketing vor allem erst einmal mit der Analyse, gefolgt von einer klaren Zielbeschreibung.

Wir bei 7°OST investieren in die Analysephase bewusst sehr viel Zeit. Denn je klarer wir Aufgabenstellung, Ziele und die Zielgruppen verstehen, desto besser lässt sich daraus auch eine erfolgreiche Online-Marketing-Strategie entwickeln.

Die Schritte zur Online-Marketing-Strategie:

  1. Analyse
  2. Definition der Ziele
  3. Erarbeiten der Zielgruppen bzw. der Buyer Personas
  4. Finden der richtigen Kanäle
  5. (Weiter-)Entwicklung der Website
  6. Content generieren
  7. Kampagnen entwickeln
  8. Marketing-Mix
  9. Personal
  10. Budget

1. Die Analyse

Was gibt es bereits? Was machen Sie selbst schon? Was machen die Mitbewerber? Gibt es eine Homepage? Wie stehen Sie in den Suchergebnissen? Wer und wo ist Ihre Zielgruppe? Und sind Sie wirklich relevant? Falls nicht, können Sie es werden? Diese und viele weiteren Fragen müssen zuerst gestellt werden, um dem Online-Marketing ein solides Fundament zu geben. Schließlich fängt man im übertragenen Sinne auch nicht mit dem Hausbau an und konsultiert irgendwann später einen Architekten …

Ein besonderes Augenmerk der Analyse fällt zuerst auf die bestehenden Online-Maßnahmen. Der große Vorteil des digitalen Marketings gegenüber des klassischen Marketings ist die genaue Messbarkeit. Während man bei der lokalen Tageszeitung maximal noch die Auflage und die groben Richtwerte für die Sichtbarkeit seiner Anzeige bekommt, kann jedes Online-Banner mit genauen Impressions und Klicks trumpfen und darlegen, wie oft es als Werbemittel mit seiner Botschaft angezeigt wurde. Doch die Analyse geht weiter: Wie erfolgreich waren die geschalteten Online-Anzeigen? Was bedeutet CTR und CPC? Bringen Ihnen Display-Banner oder Suchanzeigen mehr? Wurden Ihre Ziel erreicht? Konnten Sie sich im Vergleich zum Vormonat steigern?

2. Das Ziel

Welche Ziele wollen Sie mit Ihren Onlinemaßnahmen erreichen? Nur um ein paar Beispiele zu nennen: Image-Steigerung, Bekanntheit erhöhen, Umsatz steigern, Leads generieren, Traffic auf die Website bringen, Produkte über einen Shop verkaufen, usw. …

Das sind aber nur die oberflächlichen Ziele. Können Sie das genauer definieren? Beispiele: Umsatzsteigerung um 5 %. Oder 30 % mehr Verkäufe des Produktes X über den Online-Shop. Oder 50 % mehr geeignete Bewerber für Stellen in der IT im Vergleich zum Vorjahr. Oder die Reichweite bei Facebook um 2% erhöhen und dabei die Fanzahlen bis Tag X auf 10.000 steigern. Super, wenn Sie das können, dann wird es bestimmt auch leicht, die entsprechenden Ressourcen bzgl. Personal und Budget zu bekommen.

Wichtig ist es, die Ziele smart zu formulieren (SMART: spezifisch, messbar, aktionsorientiert, realistisch, terminiert). Aber nur, wenn die Ziele erreichbar und messbar sind, ist die Motivation der umsetzenden Mitarbeiter auch hoch, diese zu erreichen. Andernfalls … Sie wissen schon: Frust.

3. Die Zielgruppe(n)

Wer soll denn angesprochen werden? An wen soll das Produkt verkauft werden? Aber wen genau wollen Sie erreichen? Gerade im B2B-Umfeld ist das oft keine leichte Fragestellung.

Im Online-Marketing entwickelt man deshalb „Buyer Personas“. Ziel ist es, einen fiktiven Muster-Kunden zu kreieren, der so nah wie möglich an den potenziellen, realen Kunden rankommt. Das ist richtig viel Arbeit, aber es lohnt sich: Je genauer Sie sich mit Ihrer Zielgruppe und den entsprechenden Buyer Personas beschäftigen, desto eher können Sie sich in deren Wünsche und Bedürfnisse hineinversetzen. Jetzt wird es schon viel leichter, die Marketing-Message auf den Punkt zu bringen.

Ebenso leitet sich aus der Erarbeitung der Buyer Personas auch ab, welche Kanäle für die Online-Werbung in Frage kommen, um Ihre potenziellen Kunden zu erreichen. Eventuell tummeln diese sich ja gar nicht bei Facebook?

4. Die Kanäle

Sie kennen Ihr Ziel, Ihr Budget, Ihre Zielgruppe. Also können Sie jetzt loslegen, oder? Ja, aber womit eigentlich? Die Auswahl der richtigen Kanäle sollte je nach den oben genannten Punkten gezielt gewählt werden. So haben viele Kanäle ihre Stärken z.B. bei der Image-Bildung oder der Bekanntheits-Steigerung, führen aber nur bedingt zu Klicks auf Ihre Website oder in Ihrem Webshop. Andere Kanäle wiederum zielen rein auf den Klick. Aber zu welchem Preis? Wie sieht es hier mit dem Return On Invest aus?

Eine grobe Übersicht möglicher Online-Marketing-Maßnahmen zeigt diese Grafik

Suchmaschinenmarketing (SEM)

„Marketing für die Suchmaschine?! Dein Ernst?“ Ja, mein Ernst. Und ganz entscheidend! Denn findet die Suchmaschine (also Google, Bing, Amazon, YouTube oder was es sonst noch so gibt) das Produkt, die Marke oder das Unternehmen nicht, dann finden es auch Ihre potenziellen Kunden nicht. Online-Marketing bietet verschiedene Möglichkeiten, die Suchmaschine mit diesen Informationen zu füttern.

Suchmaschinenoptimierung (SEO)

SEO steht für Search Engine Optimization und bezeichnet verschiedene Maßnahmen, die dafür sorgen sollen, dass die Webseite mit ihren Inhalten im organischen (also ohne bezahlte Anzeigen) Suchmaschinenranking auf den vorderen Plätzen angezeigt werden soll.

Dabei ist entscheidend, bei welchen Keywords man gerankt wird bzw. werden will. Keywords sind u.a. die Suchbegriffe, die jemand in die Google-Suchleiste eingibt. Ist man bspw. eine Werbeagentur, dann will man auch unter „Werbeagentur, Kommunikationsagentur, Marketingagentur, Marketingstrategie“ usw. gefunden werden. Nicht aber unter „Baumarkt“, „Nudelrezepte“ oder dergleichen …

In der Theorie klingt das einfach: „Hey Google! Ich will unter den folgenden Keywords gefunden werden. Mach mal hinne“. Leider funktioniert der Google-Algorithmus deutlich komplizierter. Zum einen wollen viele, viele Werbeagenturen unter diesen Begriffen gefunden werden, zudem gibt es sprachliche Unterschiede und dann noch so doppeldeutige Keywords wie „Birne“. Ist jetzt die Frucht oder die Glühbirne gemeint? Die OnPage-Optimierung sorgt dafür, dass der Googlebot so einfach wie möglich herausfinden kann, was die Webseite anbietet. Dabei sind die richtigen Texte, Überschriften, Texthierarchien, die Seitenstruktur, Bild-Tags, die Description und viele weitere Faktoren wichtig.

SEA

Neben den organischen Suchergebnissen gibt es noch die Möglichkeit, sich einen Anzeigen-Platz bei den Suchergebnissen zu kaufen. Gerade, wenn die SEO-Maßnahmen noch nicht ausreichend wirken – denn das braucht meist eine Weile –, dann kann es sinnvoll sein, mit so genannten Google AdWords seine Webpräsenz in den ersten Suchergebnissen sichtbar zu machen. Die Abrechnung funktioniert relativ einfach: „pro Klick“. Im AdWords-Konto kann man dann CPC (Kosten pro Klick), CTR (Durchschnitts-Klick-Rate) und Impressions-Rate nachvollziehen. Grundsätzlich gilt: Wer am meisten bezahlt und wichtige Faktoren wie Qualitätsfaktor oder Mobilfähigkeit (u.v.m.) erfüllt, wird unter den ersten drei Ergebnissen in der Google-Suche angezeigt.

„Was kosten Google AdWords?“ werden wir oft gefragt. Die Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Je nach Keyword, nach Konkurrenz, Suchvolumen und vielen weiteren Faktoren lässt sich der „Cost-per-Click“ nicht immer vorherbestimmen. Aber es ist möglich, ein tägliches oder monatliches Budget festzulegen, das von Google nicht überschritten wird.

Neben den richtigen Keywords, maximalen Budgets und dem Qualitätsfaktor sind die Anzeigen selbst dafür entscheidend, ob die potenziellen Website-Besucher draufklicken. Die Zeichenanzahl ist stark beschränkt, deshalb müssen die wesentlichen Informationen um Produkt, Leistung oder Werbeversprechen in wenigen Worten beschrieben, ansprechend verpackt, etwas werblich und auf den Punkt formuliert sein.

Display-Marketing

Display Marketing kennen wir alle. Die Banner die rechts, links, oben, unten, mitten auf dem Bildschirm aufploppen und wollen, dass wir unbedingt genau jetzt und hier draufklicken. Verschiedene Formate (Leaderboard, Billboard, Skyscraper, …), Targeting-Möglichkeiten und natürlich die Messbarkeit machen Display-Marketing attraktiv. Auch, wenn die Klickraten nicht so hoch sind wie bei Google AdWords, sie sorgen für eine Wahrnehmung für Ihre Marke oder Ihr Produkt.

Das sogenannte Remarketing sorgt dann dafür, dass Kunden, die z.B. im Online-Shop schon mal die Webseite mit den blauen Sneakern aufgerufen haben, diese Schuhe in den nächsten 1–3 Wochen in verschiedenen Online-Bannern wieder angezeigt bekommen. Ziel ist es natürlich, den potenziellen Käufer zurück in den Shop zu lenken und ihn vom Kauf zu überzeugen.

E-Mail-Marketing

E-Mail-Marketing und Newsletter-Marketing sind fast das gleiche. In beiden Fällen geht es darum, per E-Mail die Aufmerksamkeit der Zielgruppe für das Unternehmen, das Produkt oder die Leistung zu bekommen. Eine wichtige Rolle spielen in diesem Medium die persönliche Ansprache, ein Call-to-action (Handlungsaufforderung) und vor allem Aktualität. Dabei ist auch die Gestaltung des Templates entscheidend für den Erfolg. Wie gut der Newsletter funktioniert, kann man dann an den Öffnungsraten erkennen. Kennen Sie ja selbst: Über 30 Newsletter im Posteingang. Welchen klicken Sie an, welchen löschen Sie ungelesen?

Zugegeben, das war nun eine ganz grobe Einführung – das Thema ist jedoch so umfassend, dass es an dieser Stelle en detail den Rahmen sprengen würde. Deshalb werden wir uns ihm in einem gesonderten Artikel widmen.

Social-Media-Marketing

Soziale Netzwerke gibt es inzwischen viele. Die wohl bekanntesten sind Facebook, YouTube und Instagram. Für B2B hauptsächlich Xing und LinkedIn. Jedes Netzwerk hat so seine Eigenheiten, seine Vorteile, seine Nachteile und auch seine eigene Zielgruppe. Während die Teens also eher Snapchat oder Tik Tok (ehemals Musical.ly) nutzen, hat inzwischen die Zielgruppe 55+ auch Facebook erobert. Inhaltlich unterscheiden sich die Kanäle ebenfalls. Bei den geschäftlichen Netzwerken ist man eher auf seriöse Inhalte, Business-Kontakte und einen sauberen Lebenslauf bedacht, während bei Facebook auch mal die Shishaparty mit den Jungs landet.

Geht es bei Instagram bspw. hauptsächlich um Bilder rund um die Themen Einrichtung, Lifestyle, Essen, Mode, Urlaub und Hobby, gibt es bei twitter die Möglichkeit, sich in maximal 280 Zeichen verbal auszu… ääh …sprechen.

Eine Facebook-Seite zu haben, um eine zu haben, oder „weil alle anderen“ das machen, wird mit ziemlicher Sicherheit nicht zu irgendeiner Art von Erfolg führen. Ziel, Zielgruppe, Content, regelmäßige und passende Aktivitäten sind entscheidend – und natürlich eine konstante Auswertung, welche Aktivitäten welchen Erfolg brachten, um diese Erkenntnis immer wieder in die Planung miteinzubeziehen.

Content-Marketing

Was wollen Sie eigentlich erzählen? Und wem? Und wen interessiert’s? Speziell die letzte Frage ist provokant, ich weiß. Aber überlegen Sie mal kritisch: wie relevant sind Ihre Inhalte wirklich? Damit kommen wir zu einer ganz eigenen Disziplin: Content-Marketing (Content = Inhalt oder auch Gehalt). Gerade in Zeiten ständiger Informations- und Reizüberflutung entscheiden Konsumenten in Sekundenbruchteilen, ob sie das Posting über die neuen Radiergummis in der Buchhaltung überhaupt lesen … Wie essenziell Content-Marketing für den unternehmerischen Erfolg ist, dazu gibt es einen spannenden Artikel von unserem Content-Marketing-Manager Jörg Brossette.

Video-Marketing

Videos sind der Blick- und damit Interessensfang schlechthin. Und das nicht erst seit YouTube, wenn auch dadurch angekurbelt. Bei Facebook z.B. gilt ganz klar „Video first“, was bedeutet, dass Video-Content grundsätzlich eher angeschaut bzw. angeklickt wird als „nur“ Bild – oder etwa ein schlichtes Textposting. Doch nicht nur für Social Media ist es essenziell, Video-Content zu nutzen, auch die eigene Webseite profitiert massiv davon. Die Menschen möchten so einfach und bequem informiert oder inspiriert werden, wie es nur möglich ist.

Auch dieses Thema ist zu umfangreich, um es hier eingehend zu behandeln. Deshalb: seien Sie gespannt auf unseren Artikel zu Video-Marketing.

Messenger-Marketing

Aktuell ein großes Thema im digitalen Marketing sind Chatbots und die damit verbundene KI (Künstliche Intelligenz). Dass sich ebenso der Dialog zwischen Mensch und Maschine ändert, zeigt sich an unserer „Alexa“ oder „Hey Google“ im eigenen Zuhause oder bei der Nutzung des Smartphones. 7°OST bleibt an diesen Themen dran (ich persönlich aus reinem Eigeninteresse) und arbeitet hier mit einem Partner zusammen.

Nun ja, Sie kennen das bereits … Artikel folgt.

Affiliate-Marketing

Ein Universum für sich … Ist hier nur der Vollständigkeit halber aufgelistet und wir werden vorerst dieses Thema nicht ausführen. Man soll sich ja in erster Linie dem widmen, was man am besten kann.

Mobile-Marketing

Siehe Affiliate-Marketing … 

Influencer-Marketing

Nein, hierbei handelt es sich nicht um eine ansteckende Krankheit, sondern leitet sich von „to influence“ ab und bedeutet „beeinflussen“. Hier geht es um den eigentlich gar nicht so neuen Trend, Personen, die in einer bestimmten Zielgruppe viel Einfluss haben, dafür zu nutzen, Produkte mehr oder weniger unauffällig in Postings auf sozialen Netzwerken unterzubringen (hauptsächlich auf Instagram).

Okay, auch hier folgt ein Extra-Artikel …

5. Die Website

Die eigene Website ist für viele Kampagnen das Ziel der Werbemaßnahmen. Sie ist oft der Dreh- und Angelpunkt, wenn es darum geht, die gesetzten Ziele zu erfüllen.

Der Erfolg einer Homepage und der darauf zugeschnittenen Maßnahmen ist maßgeblich abhängig von vielen verschiedenen Punkten. Es fängt bei einer klaren Struktur und Navigation an. Wie wir wissen, ist der Content entscheidend und nachrangig auch das Design. Technische Faktoren wie Ladezeiten, Mobilfähigkeit usw. sind ebenfalls wichtig und auch in der heutigen Zeit nicht mehr zu vernachlässigen. Stimmt einer oder stimmen gar mehrere der Faktoren nicht, wird es mit der Zielerreichung schwer.

Analysetool

Um die hoffentlich bereits gut durchdachte und -designte Homepage weiter zu optimieren, ist es ratsam, ein Analysetool auf der Website einzusetzen (bspw. Google Analytics oder Matomo). Mit Hilfe dieser Tools ist es möglich, den Traffic auf der Website anonymisiert zu verfolgen. Absprungraten, wiederkehrende Besucher und hoch frequentierte Seiten können aus diesen Zahlen entnommen werden. Diese wollen aber auch gedeutet, analysiert und verbessert werden. Nutzt man die zur Verfügung stehenden Mittel eines Website-Analysetools, so kann man Ableitungen für die Conversion-Optimierung treffen. Die Analyse des Reportings aus solchen Tools ist nochmal ein Fall für sich. Wie interpretiert man die Zahlen? Welche Rückschlüsse zieht man daraus und was muss verändert werden?

Eine entscheidende Frage lautet: Wie viele Klicks braucht der Besucher, um sein Ziel zu erreichen? Und wie viele seiner Klicks braucht es, um IHR Ziel zu erreichen?

Was war noch gleich das Ziel? Newsletter-Anmeldung, Kontaktaufnahme mit dem Vertriebler, hinzufügen von Produkten in den Warenkorb oder ausfüllen einer Online-Bewerbung?

Wenn es schon eine Homepage gibt, ist es sinnvoll, sie mit Hilfe dieser Tools zu analysieren und stetig zu verbessern. Manchmal hilft das aber nicht mehr und ein Relaunch, also eine Neugestaltung des Webauftritts, wird notwendig. So ein Website-Relaunch ist ein großes Projekt und sollte entsprechende Ressourcen zugeteilt bekommen. Die verschiedenen Umsetzungsphasen von der Planung über die konzeptionelle Phase, Wireframe-Erstellung, Contententwicklung, Design, Entwicklung/Programmierung, Contenteinpflege, SEO-Maßnahmen und den Livegang darf man nicht unterschätzen.

6. Content generieren

Der arbeitsintensive Part fängt an, wenn der Content für die verschiedenen Kanäle, die verschiedenen Zielgruppen, für die eigene Website und natürlich auch für die interne Kommunikation generiert werden muss. Denn Content-Marketing umfasst weit mehr als ein paar Texte, die geschrieben werden müssen.

Siehe auch hier unseren ausführlichen Artikel zum Thema „Content-Marketing“.

Online Marketing-Kampagnen

So, nun heißt es: Ran an den Speck! Kunden gezielt ansprechen, auf die Webseite locken und dort zum Abschluss bringen.

Wir alle wissen aus unseren eigenen Erfahrungen, dass es nicht reicht, mit dem Produkt oder der Marke nur einmal in Berührung gekommen zu sein. Denn Kaufentscheidungen werden in den wenigsten Fällen spontan getroffen. Gerade bei Produkten, die man nicht regelmäßig kauft, wird erst einmal recherchiert, überlegt, zwischen dem rationalen und dem emotionalen Teil im Gehirn diskutiert (ich will das, aber ich brauch’s nicht unbedingt), es werden Erfahrungsberichte gelesen, Freunde gefragt und dann schaut man doch nochmal in den Shop, ob es nicht vielleicht noch eine Rabattaktion gibt.

Unser Ziel ist es, während all dieser Schritte beim Kunden zu sein, positiv auf die Marke einzustimmen und vom Kauf zu überzeugen. Im Fachjargon gesagt: Den Kunden auf seiner Customer Journey zu begleiten.

Bei der Masse an Kanälen, Formaten, Zielgruppen und Messages, die den potenziellen Kunden erreichen sollen, ist es wichtig, Kampagnen zielgerichtet zu planen. Die Vorarbeit dafür wurde ja in den vorangegangen Punkten schon geleistet, jetzt sollte alles in der Kampagnenausstrahlung auch Anwendung finden.

Während die Kampagnen laufen, muss immer wieder analysiert und ggf. reagiert werden. Es empfiehlt sich, nach dem „PDCA-Zyklus“ vorzugehen: PDCA bedeutet Plan, Do, Check, Act und kommt ursprünglich aus dem Projektmanagement; funktioniert aber auch im Marketing hervorragend. Schritt 1, Plan: Die Strategie für die Kampagne wird nach den hier behandelten und zum Unternehmen passenden Punkten geplant. Schritt 2, Do: Die Kampagne wird dementsprechend durchgeführt. Schritt 3, Check: Mittels der oben genannten unterschiedlichen Tools und Wege wird überprüft, inwiefern der Plan aufgeht, sprich, inwieweit die Maßnahmen die anvisierten Ziele erreichen. Schritt 4, Act: Nach der Analyse aus Schritt 3 werden Verbesserungen abgeleitet und das Spiel fängt wieder von vorne an … Es ist wichtig, nie zu denken, eine digitale Kampagne wäre einmal entwickelt und dann fertig. Gerade durch die Messbarkeit muss die Kampagne weiter und weiter optimiert werden – zumal sich in der digitalen Welt in kurzen Zeitabschnitten vieles in kurzen Zyklen ändern kann (Userverhalten durch Generationenwechsel, der Google-Algorithmus, plötzliche Trends, und, und, und …).

8. Marketing-Mix

Wenn die Kunden nicht wissen, dass Ihr Produkt existiert, werden sie es auch nicht kaufen. Selbst für mich als Onliner gehört auch klassische Werbung in den Marketing-Mix. Ich gehe sogar noch weiter und behaupte, dass manche Kampagnen REIN online NICHT funktionieren. Unternehmen mit etablierten Marken und bekannten Produkten können ihre klassischen Maßnahmen vielleicht etwas reduzieren und die Budgets anders verteilen, aber für alles, was neu auf den Markt kommt, ist meist eine Mischung aus online und offline der Schlüssel zum Erfolg. Das hängt natürlich auch mit dem Budget zusammen.

9. Budget

Was kostet eine Online-Marketing-Kampagne? Diese Frage wird mir immer wieder gestellt. Ich frage dann zurück: Was ist das Ziel? Wer ist die Zielgruppe? Was sind die Vertriebskanäle und was ist das Gesamt-Budget für die notwendigen Maßnahmen? Nach meiner Erfahrung unterschätzen Unternehmen, die bisher rein klassisch geworben haben und jetzt mal schnell auf den digitalen Zug aufspringen wollen, die Online-Kanäle massiv. Neben den reinen Werbekosten entstehen ja auch Kosten für Planung, Konzeption, Aufbau von Werbemitteln, Analyse und Programmierung. Der entscheidende Vorteil im Online-Bereich: Die Messbarkeit.

Die klassische Print-Anzeige wird in der Tageszeitung maximal an 100.000 Haushalte verteilt – ob sie von der Zielgruppe wie gewünscht beachtet wird, weiß dabei jedoch niemand. Im Online-Bereich kann ich jedoch direkt sagen: Dieser Skyscraper-Banner wurde 123.456-mal ausgespielt und Usern angezeigt, die dann 789-mal geklickt haben. 789 echte Interessenten. Der Banner im anderen Format, mit anderer Message wurde 987-mal geklickt, bei gleicher Anzahl der Impressions. Also war hier vielleicht die Werbebotschaft besser auf den Punkt.

Die Argumentation hilft vielleicht bei der Umschichtung von Marketingbudget von offline zu online. Mein Wunsch wäre, dass ca. 30% des gesamten Marketingbudgets für online reserviert sind. Damit lässt sich schon einiges erreichen. Je nach Produkt kann oder muss dieser Anteil sogar weit höher liegen. Pauschalaussagen gibt es weder on- noch offline. Hier bedarf es zuerst einer Analyse und einer Strategie, um ein Budget festzuzurren.

10. Personal

Ein ebenso wichtiger Faktor wie das Budget ist das Personal. Wie groß ist die Marketingabteilung? Wer hat schon einmal Online-Marketing-Maßnahmen umgesetzt? Wo bekommen Sie Experten her? Employer Branding ist hier ein wichtiges Stichwort. Eins vorweg: Es sind so viele Disziplinen im Online-Marketing zu beherrschen und nur die Wenigsten können alles. Ein paar Tipps: Suchen Sie nicht nach der eierlegenden Wollmilchsau, die gibt es nur im Wunschdenktraumland. Und geben Sie auch jüngeren Menschen eine Chance. Die haben vielleicht noch nicht die jahrelange Berufserfahrung, aber sie sind mit den Kanälen groß geworden und haben einfach ein gewisses Grundverständnis und eine große Affinität. Etwas Handwerkszeug dazu, viel Motivation und Eigeninitiative sowie entsprechende Partner – und schon ist Ihr Erfolg auf einem guten Weg.

Sie sehen: Online-Marketing ist hochkomplex. Und das alles soll nun der Praktikant beherrschen und auch umsetzen? Was halten Sie denn stattdessen davon, wenn wir uns gemeinsam aufs Surfboard schwingen und wir Ihnen zeigen, wie Sie auf der Welle des Erfolgs reiten?