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… oder auch „Vektor- und Pixelgrafiken: der Vergleich von Äpfeln und Birnen“

Von Künstlern und Königen

Der Kunde will es. Der Designer macht es. Der Erfolg besiegelt es. Menschen liegen sich feiernd in den Armen. Manche weinen … Wie schön könnte das (Agentur-)Leben sein …

Doch wie allgemein bekannt sind Designer eigenwillige Querköpfe, gefangen in der Illusion, die Welt mit ihrer Passion, Klick für Klick, zu einem schöneren Ort zu machen. Allerdings kann der gemeine Designer nicht allein von Liebe, Luft und Lightroom leben. Er ist angewiesen auf Menschen, die an ihn glauben, die bereit sind, ihm etwas entgegen zu bringen – ihr Vertrauen, ihre Empathie und nicht zuletzt ihr Geld. Doch Geld ist teuer, weshalb sich natürlich auch der wohlwollende Gönner – hier im Weiteren bezeichnet als „Kunde“ – einen vielversprechenden Nutzen von seiner Investition erhofft: Die Kunst des Designers soll sein Unternehmen widerspiegeln.

Der Kampf zwischen Können, Kunst und Kommunikation

Im kreativen Schaffensprozess sollen all die Werte, die das Produkt oder die Dienstleistung des jeweiligen Kunden so einzigartig machen, eine symbiotische Verbindung mit dem schöpferischen Meisterwerk des Künstlers eingehen. Doch welche Werte sind das? Das weiß (im Idealfall) nur der Kunde selbst. Um an diese Informationen heranzukommen, würden sich Projektmanager oftmals gerne an den Verhörtechniken der Agenten Ihrer Majestät bedienen. Im Zuge einer friedlichen Zusammenarbeit muss aber stattdessen nicht selten die Projekt-Polizei anrücken, um den ausufernden E-Mailverkehr zu regeln. Das Wundermittel hier: Reibungslose Kommunikation. Nun fragen Sie sich zurecht „Wo kann man die eigentlich kaufen?“ Die Antwort ist leicht, aber wenig befriedigend: Gar nicht. Doch mit einem unerschütterlichen Willen und eisernem Durchhaltevermögen ist es möglich, sie sich zu eigen zu machen. Nur wer die Kommunikation zu seiner zweiten Muttersprache heranwachsen lässt, kann sich der vollen Entfaltung ihrer semantischen Wirkung sicher sein. Kein Wunder also, dass Agenturen und Kunden regelmäßig schon an der untersten Stufe einer jeden Fremdsprache scheitern: Dem Vokabular.

Klein, aber sowas von oho: der gemeinsame Nenner

Um Sie, uns und möglichst viele andere Kunden, Freunde und Kollegen zukünftig vor unnötigem Ärger, aggressivem Telefonklingeln und Überstunden zu bewahren, haben wir uns erlaubt, eine aufklärende, umfassende, lehrreiche und dennoch unterhaltsame Artikelreihe ins Leben zu rufen. Ein Kompendium, von dem wir hoffen, dass es über die Jahre zum gerne genutzten Nachschlagewerk heranreift, bis es schließlich seinen letzten Weg in unser Datenarchiv antritt. Die nachfolgenden Zeilen erläutern dazu sowohl Fachwörter aus der Agenturwelt als auch ganz alltägliche Prozesse, die sich basierend auf unseren – mehr als realitätsnahen – Erfahrungen der Vergangenheit als besonders verhängnisvolle Fallstricke qualifiziert haben.

Damit Sie keinen über den Wissensdurst lesen und morgen mit prallgefülltem Brummschädel aufwachen, servieren wir Ihnen unsere Weisheiten in kleinen Häppchen. Den Anfang machen die verwechslungsanfälligen …

#1 Vektor- und Pixelgrafiken

Grafiker und Designer aus aller Welt sind sich einig: Der entscheidende Unterschied zwischen Vektor- und Pixelgrafiken ist zweifelsfrei ihre Skalierbarkeit. Während sich Vektorgrafiken ohne Anzeichen jeglicher Qualitätsverluste beliebig vergrößern und verkleinern lassen, schleichen sich beim Skalieren von Pixelgrafiken (oder auch „Rastergrafiken“) schnell unschöne Bildfehler ein.

Wie kommt’s?

Wie der Name schon vorweg nimmt, basieren Vektorgrafiken auf „Vektoren“. Ihr Aussehen wird also durch mathematische Formeln beschrieben, die jede Form bis ins kleinste Detail unendlich genau definieren. Pixel- oder auch Rastergrafiken hingegen bestehen aus einer festgelegten Anzahl von Bildpunkten, den Pixeln. Dabei ist in den Dateien genau festgelegt, welches Pixel welche Farbe hat und welches benachbarte Pixel oberhalb, unterhalb oder neben diesem Pixel liegt. Vergrößert man dieses Pixelraster, vergrößert sich auch die Größe jedes einzelnen Pixels, sodass diese irgendwann mit bloßem Auge erkennbar sind. Die Folge: Das Bild sieht „verpixelt aus“. Eher unschön anzusehen, wenn Sie nicht zufällig gerade zensierte Bilder von Straftätern präsentieren möchten.

Wie erkenne ich eine Vektor- bzw. Pixelgrafik wenn sie vor mir steht?

Am einfachsten klassifizieren lassen sich Grafiken anhand ihrer Dateiendung.

Die Datei Ihres Logos heißt z.B. Logo.ai? Dann wurde sie mit Adobe Illustrator erstellt und es handelt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine Vektorgrafik. Verlassen Sie sich alternativ auf die alte Redensart „Das glaube ich erst, wenn ich es sehe“, öffnen Sie die fragwürdige Grafik und zoomen Sie hinein. Alle Kanten sind schön glatt und rund? Vektorgrafik! Sie sehen einzelne viereckige Bildpunkte und an eigentlich runden Konturen bilden sich Treppchen? Dann haben Sie eine Pixelgrafik vor sich. Für die eher visuell veranlagten Lerntypen hier noch zwei Beispielgrafiken zum Vergleich:

Vergrößerte Vektorgrafik

Vergrößerte Pixelgrafik

Die große Preisfrage: Warum eine Pixelgrafik nehmen, wenn die Vektorgrafik doch scheinbar alles besser macht?

Der größte Vorteil der Vektorgrafik ist auch ihre größte Schwäche. Durch die mathematische Basis ist sie in ihren Möglichkeiten beschränkt. Die Abbildung einfacher Flächen, Linien, geometrischer Formen und Farbverläufe oder auch Transparenzen stellt kein Problem dar. Um einen fotorealistischen Grad zu erreichen muss eine solche Grafik allerdings derart komplex aufgebaut werden, dass Designer während der anfallenden Arbeitszeit am besten den Taxameter anwerfen sollten. Das gravierendste Argument ist aber wohl die Tatsache, dass ihnen keine Kamera der Welt ein Foto als Vektorgrafik auswerfen kann, weshalb die Pixelgrafik ihre Daseinsberechtigung zweifellsfrei nach wie vor mehr als verdient hat.

Im nächsten Artikel unserer Reihe Mediengestaltung für Dummies erzählen wir Ihnen wissenswertes zu den verwandten Themen Bildauflösung, DPI und PPI.

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