Shape Copy Created with Sketch.
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… oder auch „ein Bild sagt mehr als tausend Worte – sofern die Qualität stimmt“

Was bisher geschah:
#1 Vektor- und Pixelgrafiken
#2 Bildauflösung
#3 RGB und CMYK

 

#4.1 Bildmaterial

Bitte, bitte …

Stellen Sie Ihrer Agentur Bilder stets als Bild-Dateien in bester Qualität und im richtigen Dateiformat zur Verfügung! Das klingt logisch? Schön! Wir hoffen Sie sind unser Kunde. Tatsächlich handelt es sich hierbei um eines der alltäglichsten Probleme mit denen Designer und Gestalter immer wieder konfrontiert werden. Dabei gestaltet sich die Anlieferung des Bildmaterials oftmals derart einfallsreich, dass man sich als Designer manchmal die Frage stellen muss, wieso man bei soviel kreativer Energie überhaupt noch gebraucht wird. Die Palette reicht dabei von Bildern, eingebettet in Word-Dateien (#classic) bis hin zu handschriftlich signierten Fotokopien oder Handyfotografien. Sie fühlen sich gerade ertappt? Dann holen Sie sich besser schnell noch eine Tasse Kaffee oder Tee, denn es folgt Pflichtlektüre.

Für eine Agentur ist es stets wünschenswert, Bilder in größtmöglicher Auflösung und Qualität zu erhalten. So sind auch Anfragen wie „Können Sie aus dem Flyer noch ein DIN A1 Plakat machen“ (siehe auch Bildauflösung/DPI/PPI) kein Problem. Leider kommt mit großer Qualität auch große Dateigröße, die das ein oder andere E-Mail Postfach auch heutzutage noch überfordert. Kostenfreie Datentransferdienste wie z.B. Google Drive (www.google.com/drive) schaffen hier Abhilfe. Für alle Google-Verschwörungstheoretiker hat sich auch WeTransfer (www.wetransfer.com) als zuverlässige Alternative bewährt, wobei letzteres nicht einmal eine Registrierung oder Anmeldung benötigt. Allerdings sollte die mögliche Nutzung eines solchen Dienstes zuerst mit Ihrem Datenschutzbeauftragten besprochen werden! Sollte dieser dafür rotes Licht geben oder wenn’s beim Upload mal wieder länger dauert, geht es natürlich auch etwas konservativer: Daten auf CD/DVD/USB-Stick oder Festplatte kopieren und ab die Post.

 

Bitte nicht! Word, PowerPoint, WhatsApp und Co.

Sie schicken Ihrer Agentur ein Word-Dokument mit Texten und an den entsprechenden Stellen platzierten Bildern. Damit schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe, denn das Bildmaterial steht dem Grafiker damit zur Verfügung und erwünschte Reihenfolge und Platzierung der Bilder sind auch kommuniziert. Wenn da nicht ein Problem wäre: Word. Und an dieser Stelle können Sie für „Word“ auch jedes andere Programm aus der Office Familie, wie PowerPoint, Excel, Publisher und, und, und einsetzen. Die vereinfachte Faustregel lautet hier: Textverarbeitungsprogramme sind für Text, Präsentationsprogramme für Präsentationen, Videobearbeitungsprogramme für Videos, usw. Besonders Social Media Anwendungen, die sich seit einigen Jahren großer Beliebtheit erfreuen, sollten auf keinen Fall für den professionellen Austausch von Bildmaterial genutzt werden. Sie möchten wissen warum? Schön, dass Sie fragen.

Die oben aufgezählten Anwendungen reduzieren die Auflösung Ihrer Bilder, wandeln sie in RGB (siehe auch RGB und CMYK) um, schneiden sie neu zu, schmücken sie mit Kompressionsartefakten*, konvertieren Texte und Vektorgrafiken in Pixelgrafiken (siehe auch Vektor- und Pixelgrafiken) oder verunstalten sie in jeder anderen erdenklichen Art und Weise. Um es also kurz und prägnant mit den Worten eines bald vielzitierten Online-Bloggers auszudrücken: „Stellen Sie Ihrer Agentur Bilder stets als Bild-Dateien zur Verfügung!“

Bilder aus dem Internet

Auch bei Bildern aus der Suchmaschine müssen wir vielen Kunden gegenüber regelmäßig unser Rückgaberecht geltend machen. Abgesehen von einem häufigen Mangel an Qualität und Auflösung, herrscht hier eine ganz andere Problematik vor. Denn nicht umsonst hat eine mehr als stattliche Anzahl von abmahnfreudigen Anwälten das Thema „Bildrechte“ mittlerweile zum lukrativen Geschäftsfeld für sich erschlossen.

Fun Fact: Die Veröffentlichung von Nachtaufnahmen des Eiffelturms kann Sie teuer zu stehen kommen. Zwar ist das Urheberrecht von Gustave Eiffel 70 Jahre nach seinem Tod bereits offiziell erloschen, das für die erst später als Kunstwerk anerkannte Beleuchtung aber noch nicht.

Prinzipiell ist es egal, ob Handyschnappschuss oder professionelle Studioaufnahme: Jedes Bild ist urheberrechtlich geschützt. Ohne die Zustimmung des Fotografen oder dem Erwerb einer entsprechenden Lizenz darf das Bild demnach nicht veröffentlicht oder vervielfältigt werden, schon gar nicht mit kommerziellem Hintergedanken. Der einfachste Weg, saftigen Geldstrafen zu entgehen, heißt deshalb: Selber machen lassen. Denn auch wenn Ihre Handykamera eine imposante Auswahl virtuoser Effektfilter zur Verfügung stellt, sollten Sie für ein wirklich professionelles Auftreten auch einen wirklich professionellen Fotografen engagieren. Die etwas günstigere, aber weniger authentische Alternative hier heißt „Stockfoto“.

#4.2 Stockfotos

Wenn Sie sich bei Ihrem Dieler um die Ecke ein Bällchen Eis genehmigen möchten und sich kurz vor dem Kauf spontan von Vanille auf Schokolade umentscheiden ist das kein Problem. Wieso? Weil das Eis nicht in diesem Moment erst für Sie gemacht wird, sondern beide Sorten schon eine Weile geduldig im Schaufenster auf einen Platz in Ihrer Waffel warten.

„To have something in stock“ bedeutet „Etwas auf Lager haben“. Ein Prinzip, das eine Reihe von Bildagenturen zum Unternehmenscredo erhoben hat, um damit ein vermutlich ertragreiches Geschäftsmodell zu kreieren. In Zusammenarbeit mit unzähligen Stockfotografen ist eine beachtliche Bildsammlung entstanden, deren Motive vom ambitionierten Arzt bis zur zauberhaften Zimmerpflanze reichen. Diese Online-Bilderpools lassen sich systematisch filtern und durchsuchen. Sollten Sie dabei auf ein Foto treffen, das Ihnen zusagt, können Sie bequem eine passende Lizenz erwerben und das Bild unter Einhaltung der Linzenzrichtlinien für Broschüren, Websites oder anderes nutzen.

 

Stock und Hut stehn ihm gut

Manchmal leider zu gut. Viele Motive die sich in solchen Fotopools finden sehen dermaßen makellos oder gestellt aus, dass die Illusion, dass es sich dabei um reale Personen handeln könnte, schnell verpufft. Auch sind die meisten Stockportale stark amerikanisiert. Das äußert sich besonders bei Skyline- oder Landschaftsaufnahmen, die es in unseren Breiten so eher nicht zu bestaunen gibt.

Doch das sind noch nicht alle Tücken, die das Planschen in Stockfotopools mit sich bringt. Die schier grenzenlose Bildauswahl kann Ihnen nämlich auch schnell zum Verhängnis werden. Um das perfekte Foto zu finden, müssen viele Kriterien in Betracht gezogen werden. Das Bild muss zum Kunden, zum Produkt, eventuell zu weiteren Motiven, zur Bildsprache und, und, und passen. Da sind schnell mal ein paar Stunden verflogen, bevor die wirklich guten im Töpfchen liegen. Wer zu tief eintaucht, läuft außerdem Gefahr sich eine akute Stockblindheit einzufangen und sieht dann vor lauter Wald die Bäume nicht mehr.

Kurz gesagt – je konkreter das Motiv ist, welches Sie bei der Suche vor Augen haben, desto schwieriger ist es im Allgemeinen auch das passende Foto zu finden. Denn auch wenn die Bildauswahl noch so viel hergibt – alles finden Sie dort nicht.

*Kompressionsartefakt = Bildstörung, die durch die verlustbehaftete Komprimierung von Bilddateien entsteht

Im nächsten Artikel unserer Reihe Mediengestaltung für Dummies erzählen wir Ihnen Wissenswertes zu Grafikformaten von AI bis ZIP.

 

Was bisher geschah:

#1 Vektor- und Pixelgrafiken

#2 Bildauflösung/DPI/PPI

#3 RGB und CMYK

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