Shape Copy Created with Sketch.
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… oder auch „eine Grafik hat dann Format, wenn sie das richtige Format hat“

Was bisher geschah:
#1 Vektor- und Pixelgrafiken
#2 Bildauflösung
#3 RGB und CMYK
#4 Bildmaterial

 

#5 Grafikformate von AI bis ZIP

Bei Grafikformaten handelt es sich um Dateiformate, die nur das eine wollen: Bild- und Grafikinformationen speichern. Das Angebot ist dabei mittlerweile nahezu grenzenlos. Wie so oft hat es aber eine überschaubare Anzahl von Formaten geschafft, die Konkurrenz weit hinter sich zu lassen und sich damit einen Platz in der unten stehenden Liste der AAAA-Grafikformate („alltäglich am Arbeitsplatz auftauchende Grafikformate“) verdient. Jedes etablierte Grafikformat hat dabei Vor- und Nachteile sowie Höhen und Tiefen, welche zugleich ihr Dasein rechtfertigen.

Um festzustellen, welches Grafikformat zum Speichern oder Weitergeben Ihres Bildes am besten geeignet ist, sollten Sie sich die folgenden vier Fragen stellen:

· Handelt es sich um eine Vektor- oder um eine Pixelgrafik? (Vektor- und Pixelgrafiken)

· Ist die Grafik für die Bildschirmanzeige oder den Druck vorgesehen? (RGB und CMYK)

· Beinhaltet meine Grafik Transparenzen?

· Lege ich auf die Bildqualität oder auf die Dateigröße den größten Wert?

Die Antworten finden Sie direkt bei jedem der nachfolgend gelisteten Dateiformate. Welchem Format eine Datei die Treue hält erkennen Sie an der „Dateiendung“, die dem Dateinamen folgt. Beispiele wären etwa Bild23.jpg oder LogoXY.png.

 

.AI

· Vektorgrafiken

· RGB und CMYK

· Transparenz

· Verlustfreie Kompression*

AI-Dateien stellen das native Dateiformat des Illustrationsprogramms Adobe Illustrator dar. „Nativ“ bedeutet „natürlich“. „Natürlich“ bedeutet in diesem Fall wiederum, dass die Datei mit diesem Programm erstellt wurde und sich deshalb auch am besten damit weiterbearbeiten lässt.

 

.BMP

· Pixelgrafiken

· RGB

· Keine Transparenz

· Verlustfreie (schwache) Kompression*

Das Windows Bitmap verdankt seinen Platz so weit oben in dieser Liste wirklich nur seinen Initialen. Durch seine schwache Kompression und die daraus resultierende Dateigröße ist es für die Nutzung im Web völlig ungeeignet. Der mangelnde CMYK-Support macht es für den Druck unbrauchbar. Dementsprechend ist es bei Grafikern in etwa so beliebt wie die Schriftart Comic Sans. Da es sich beim BMP jedoch um das native Format von Microsoft Paint handelt, ist es auch bei Laien so beliebt wie die Schriftart Comic Sans.
Nicht zu verwechseln mit dem Bitmap-Tif, das Grafiker besonders gerne nutzen, wenn sie einen „Kaiser Wilhelm“ unter etwas setzen möchten.

 

.DOC / .DOCX

· Nein!

· Nein!

· Nein!

· Nein!

 

.EPS

· (Pixel- und) Vektorgrafiken

· RGB und CMYK

· Keine Transparenz

· Verlustfreie Kompression*

EPS steht für Encapsulated PostScript. Auch wenn das Format mittlerweile weitestgehend durch das PDF abgelöst wurde, ist es noch immer ein häufiger Gast auf vielen virtuellen Schreibtischen. Verantwortlich dafür ist vermutlich die hohe Kompatibilität zu gängigen Grafikprogrammen, die auf die enorme Beliebtheit in vergangenen Tagen zurückzuführen ist. Da das EPS auch Pixelgrafiken aufnehmen kann ist es schwierig, es eindeutig einer Anwendung zuzuordnen.

 

.GIF

· Pixelgrafiken

· RGB

· Binäre Transparenz

· Verlustfreie Kompression*

Der größte Vorteil des Graphics Interchange Formats ist im WWW allgemein bekannt: Zur großen Freude aller virtuell Anwesenden kann es kleine Animationen oder kurze Videoausschnitte wiedergeben. Für dieses Feature wird dabei auch gerne über die Limitierung auf 256 Farben, die fehlende Audiowiedergabe und die – zu Gunsten der Dateigröße – stark reduzierte Bildrate hinweggesehen. Für Pixel gibt es dabei nur 2 Optionen: Transparent Ja oder Transparent Nein, die Erstellung von Transparenzabstufungen erlaubt das GIF dabei nämlich nicht.

 

.JPG / .JPEG

· Pixelgrafiken

· RGB und CMYK

· Keine Transparenz

· Verlustbehaftete Kompression*

Darf ich vorstellen – der unangefochtene Klassiker unter den Pixelbildformaten. Durch den ausgeklügelten Kompressionsalgorithmus stellt das JPG den besten Kompromiss zwischen Dateigröße und Bildqualität dar, wodurch es für die Nutzung in Web und Print gleichermaßen gut geeignet ist. Größter Kritikpunkt ist dabei die verlustbehaftete Kompression, die dafür sorgt, dass wenig relevante Bildinformationen schon einmal ganz von der Bildfläche verschwinden oder unschöne „Kompressionsartefakte“ auftauchen können. Das ist kein Fall für Ihr lokales Museum, sondern eine unschöne Bildstörung, die sich am Besten anhand eines Realbeispiels demonstrieren lässt.

So stark mitgenommen wie im gezeigten Beispiel sieht ein JPG aber meist erst nach einer harten Nacht voller Öffnen, Bearbeiten, Speichern, Schließen und dem daraus resultierenden exzessiven Kompressionskonsum aus. Bei frisch aus der Kamera ausgeworfenen Dateien sind diese Unansehlichkeiten für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar, weshalb sich ein JPG mit der richtigen Auflösung hervorragend für Druckerzeugnisse weiterverwerten lässt.

 

.PDF

· Pixelgrafiken und Vektorgrafiken

· RGB und CMYK

· Transparenz

· Verlustbehaftete Kompression*

Wir kommen zum Hero of the Day: Die oder das PDF – Sprachexperten sind sich uneinig, da es sich um das „Portable Document Format“ handelt, oder um die „Portable Data Format-Datei“. Ähnlich wie beim direkten Vorgänger, dem EPS, ist es schwierig für die PDF eine eindeutige Anwendung zu definieren, da die Dateien neben Pixel- und Vektorgrafiken auch Schriften, Videos oder sogar 3D-Modelle enthalten können. Die Grundidee der PDF war aber in erster Linie einen einheitlichen Standard zur originalgetreuen Darstellung von Layouts zu schaffen, was schließlich mit der Einführung der kostenfreien Verfügbarkeit des Adobe Acrobat Readers auch gelungen ist.

 

.PNG

· Pixelgrafiken

· RGB

· Transparenz

· Verlustfreie Kompression*

Das Portable Network Graphics-Format wurde ursprünglich eingeführt, um das GIF im Web-Alltag zu ersetzen. Trotz der Möglichkeit, Transparenzen abzustufen und dem vollen, zur Verfügung stehenden RGB-Farbspektrum, hat diese Ablösung auf Grund der mangelnden Animationsmöglichkeit jedoch nie ganz stattgefunden. Das Resultat: Friedliche Co-Existenz im WWW.

 

RAW

· Pixelgrafiken

· RGB

· Keine Transparenz

· Keine Kompression

„RAW“ bedeutet „roh“ und meint in diesem Fall „unvorbearbeitet“. In RAW-Dateien sind alle Bildinformationen genau so hinterlegt, wie der Kamera-Sensor-Gott sie schuf, weshalb Sie die beste Basis zur professionellen Weiterverarbeitung darstellen. Leider konnte sich der Verein für Kameraherstellerunternehmen bisher auf keinen einheitlichen Standard einigen, weshalb RAW-Dateien mit einer herstellerabhängigen Dateiendung versehen werden. Die am weitesten verbreiteten Vertreter sind dabei wohl .cr2 oder .crw von Canon sowie die Endung .nef der Firma Nikon.

 

.SVG

· Vektorgrafiken

· RGB

· Transparenz

· Verlustbehaftete Kompression*

Scalable Vector Graphics erfreuen sich durch ihre wachsende Kompatibilität mit den gängigsten Webbrowsern in jüngster Vergangenheit großer Beliebtheit. Auch die offenkundige Machtergreifung des responsiven Webdesigns (Darstellung der Website passt sich ans jeweilige Anzeigegerät an) kam dem verlustfrei skalierbaren Vektorformat sicherlich zugute. Die in SVG-Dateien hinterlegten Grafiken können zudem von Programmierern in ihren Einzelteilen direkt angesprochen, eingefärbt oder animiert werden. Bei älteren Versionen von Microsofts immer noch zu weit verbreitetem Internet Explorer kann es jedoch zu Anzeigeproblemen kommen. Wäre ja auch zu schön gewesen.

 

.TIF / .TIFF

· Pixelgrafiken

· RGB und CMYK

· Transparenz

· Keine Kompression

Das Tagged Image File Format lässt sich im Prinzip als großer Bruder des JPG betrachten. „Groß“ kann dabei wörtlich genommen werden, denn im Gegenteil zum JPG verzichtet das TIFF auf eine Komprimierung, was es auf Grund seiner Dateigröße für eine Nutzung im Web eher uninteressant macht. Für die verlustfreie, programmunabhängige Weitergabe von qualitativ hochwertigem Bildmaterial ist es dafür aber nach wie vor eine gute Wahl.

 

.ZIP / .RAR / .7Z

· Verlustfreie Kompression*

Genau genommen handelt es sich hierbei nicht um ein Grafikformat. So genannte „Archivdateien“ sind Ihnen aber mit Sicherheit schon des öfteren begegnet, weshalb sie eine sinnvolle Ergänzung dieser Auflistung darstellen.

Das „Verpacken“ einer Datei (jeglichen Formats) in eine Archivdatei kann die Dateigröße drastisch reduzieren. Außerdem können Sie gleich mehrere Dateien in einem Archiv zusammenfassen, was z.B. den Versand per E-Mail oder einen Datei-Upload um einiges übersichtlicher gestaltet. Vor der weiteren Nutzung müssen die Dateien noch einmal dekomprimiert werden. Das kostet, abhängig von der Dateigröße, unterschiedlich viel Zeit, die Sie aber durch die reduzierte Übertragungs- und Downloaddauer im Idealfall bereits zu Genüge eingespart haben.

*Verlustfreie Kompression = Durch diverse Algorithmen können Dateien in Ihrer Größe reduziert werden. Lässt sich die Datei anschließend noch eimal ohne Informationsverlust wiederherstellen, war die Kompression (Komprimierung) verlustfrei.

*Verlustbehaftete Kompression = Bei der verlustbehafteten Kompression gehen Dateiinformationen zu Gunsten der Dateigröße bei der Komprimierung verloren. Das führt zu einem qualitätsgeminderten Exemplar ihrer Datei, was sich bei zu starkem Verlust durch Bild- oder Tonstörungen bemerkbar machen kann.

Im nächsten Artikel unserer Reihe Mediengestaltung für Dummies erzählen wir Ihnen wissenswertes zur optimalen Aufbereitung und Bereitstellung von Textmaterial.

 

Was bisher geschah:

#1 Vektor- und Pixelgrafiken
#2 Bildauflösung
#3 RGB und CMYK
#4 Bildmaterial

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