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Wie der Website-Relaunch (oder die Erstellung einer neuen Webseite) gelingt

Kinder, wie die Site vergeht … 😳 Ja, sind denn schon wieder 5 Jahre rum?

Gerade an Websites nagt schnell der Zahn der Zeit. Texte und Bilder wollen nicht mehr gefallen, das Design wirkt altbacken, ist eventuell nicht wirklich responsiv, Traffic und Conversion stimmen schon lange nicht mehr und man hat das Gefühl, die Mitbewerber seien schon längst an einem vorbeigezogen. Ein Relaunch der Website liegt nahe. Die allermeisten Unternehmen beginnen leider dieses Projekt am falschen Ende: Sie lassen sich ein Design entwickeln und bauen den späteren Content irgendwie rein – wird schon passen … Warum tun sie das? Weil ein Design schnell entwickelt werden kann und das Unternehmen damit einen schnellen Erfolg im Projekt sieht. Außerdem macht es mehr Spaß, das Design zu entwickeln als den aufwändigeren Content.

Aber: Content first. Design second!

Wie Sie Ihre Website neu planen und richtig umsetzen, das zeigen wir Ihnen gerne. Das Wichtigste ist: Gehen Sie strategisch vor! Dann wird die neue Website auch wirklich das tun, was sie soll: User begeistern und eine Conversion auslösen und so aus Besuchern zahlende Kunden machen.

Diese 6 Schritte sind für den Erfolg eines Website-Relaunchs entscheidend:

  1. Clearingphase mit Analyse des Marktes und der eigenen Site
  2. Ausarbeitung einer verständlichen Struktur
  3. Erstellung von relevantem, informativem und inspirierendem Content
  4. Entwicklung eines eigenständigen und userfreundlichen Designs
  5. Programmierung und Contenteinpflege
  6. SEO-Optimierung

Nur wer weiß, wo er hinsegeln will, setzt die Segel richtig. Die Reise beginnt mit einer kritischen Analyse des Status Quo.

Bevor man seine Website komplett neu plant oder an entscheidenden Stellen verbessert, muss zuerst analysiert werden, woran es denn bei der aktuellen Version hapert.

Dazu kann es sinnvoll sein, seinem Team folgende Fragen zu stellen:

  • Was sind die tatsächlichen Ziele der Website?
    (Soll sie Leads generieren? Zur Interaktion animieren? Dient sie der Imagebildung? Ist sie Recruiting-Kanal?)
  • Wo genau liegen die Schwachstellen, dass die Ziele nicht erreicht oder nicht ausreichend erreicht werden?
  • Was erwartet der User? Mit welchen Suchbegriffen kommt er auf meine Website?
  • Gibt es einen oder mehrere konkrete User-Nutzen, die beibehalten, ausgebaut oder verbessert werden sollen?
  • Wie ist die allgemeine Kommunikation auf der Website?
  • Erreiche ich mit dieser Kommunikation die Zielgruppe(n)? Werden diese durch die Botschaften, die Bilder, die Videos und das Design der Website angesprochen und abgeholt?
  • Ist die Site so klar formuliert und strukturiert, dass Produkte, Dienstleistungen und Botschaften verstanden werden und sich das Unternehmen mit seinen USPs (Alleinstellungsmerkmalen) vom Wettbewerb abgrenzt?

Ohne Ist-Analyse keine Soll-Definition.

Um die o. a. Fragen zu beantworten, bedarf es meist eines Prozesses, den wir in der Agentur „Clearingphase“ nennen. Er beginnt mit einer Wettbewerbsanalyse bzgl. der vorhandenen Online-Präsenzen, geht weiter über einen Workshop, in dem die bestehende Website hinterfragt und pulverisiert wird und mündet in einer schriftlichen Zusammenfassung, in der die Ziele, das weitere Vorgehen sowie die Verteilung der Aufgaben für Agentur und Kunde festgehalten werden. Ein weiteres Ergebnis des Workshops ist die Erkenntnis darüber, was verändert werden muss, um die Website besser zu positionieren, sie noch besser auffindbar zu machen und die Zielgruppen noch spezifischer anzusprechen, um letztlich die Conversion zu erhöhen.

Grundvoraussetzung, um die Clearingphase mit einem Mehrwert abzuschließen, ist ein klares Bild davon, was die Zielgruppen erwarten und wie diese ticken. Nur dann kann eine Website in all ihren Facetten neu gestaltet werden, so dass sie den Nerv der Zielgruppen trifft.

Die Clearingphase umfasst also drei Bausteine:

  1. Wettbewerbsbeobachtung
  2. Analyse der eigenen Website
  3. Weiteres Vorgehen und Ziele definieren

Kennen Sie Ihre Zielgruppe!? Definieren Sie Buyer Personas!

So banal und trivial das klingen mag: Websites, die performen, sind an den Bedürfnissen der Zielgruppen ausgerichtet, nicht an den Bedürfnissen von Google. Wer für die Zielgruppen Content erstellt, der wird auch automatisch bei Google bestens gerankt werden.
Um zu wissen, was die eigene Zielgruppen erwarten, muss sich mit deren Erwartungen und Bedürfnissen intensiv beschäftigen. Im Online-Marketing ist es mittlerweile üblich, so genannte Buyer Personas zu entwickeln. Das sind fiktive Personen, die stellvertretend eine Zielgruppe in ihren unterschiedlichen Merkmalen genau charakterisieren.

Zu diesem Zweck werden die Personas mit einem fiktiven, aber realistischen Namen, einem Gesicht, einem Beruf, einer Funktion, einer Vita und einem Privatleben inkl. Hobbies, Charaktereigenschaften, Zielen, Ängsten, Vorlieben, Konsumverhalten und Erwartungen ausgestattet.
Je besser es gelingt, sich in Buyer Personas hineinzuversetzen, umso besser können deren Erwartungen an die Produkte und Services der neuen Website erfüllt werden. Folglich wird die Website ihre Ziele besser und schneller erreichen und höchst wahrscheinlich auch neben einer deutlich höheren Conversion-Rate auch einen schnellen Return-On-Invest einfahren.

Wenn Personas im Zuge des Website-Relaunches entwickelt werden, erhält man auch Klarheit über folgende, essenzielle Fragen:

  • Wer sind die typischen User für die eigene Website?
  • Mit welchen Absichten und Erwartungen gelangen die User auf die Website?
  • Welche Ziele verfolgen sie?
  • Mit welchen Formaten können die Personas am besten erreicht werden: ausführliche Texte, Checklisten, Whitepaper, Videos, Infografiken, Bildergalerien, Podcast…?
  • Welchen Content, welche Funktionen (Chatbot, Kundenbereich, div. Kontaktmöglichkeiten, Bewertungsmöglichkeiten, Kommentarfunktion) und welche Services (Call-Back, direkter Ansprechpartner, Download-Möglichkeiten) erwarten die User?
  • Wie ist die Tonalität der Kommunikation: konservativ, sachlich, emotional oder locker, jugendlich, jovial?
  • Was ist der richtige Kanal für die Zielgruppe?
  • Welches Device (Gerät) nutzt die Zielgruppe am ehesten?

Einen tieferen Einblick in die Thematik „Buyer Personas“ erhalten Sie in unserem Artikel 7 Tipps wie Sie Ihre Buyer-Personas finden.

Eine klare Struktur unterstützt die Usability

Am Anfang steht eine gründliche Analyse. Sind alle offenen Fragen geklärt, beginnt die Konzeption der Website-Architektur mit dem Ziel, die neue Website so nutzerzentriert wie nur möglich zu gestalten.

Folgende Punkte stehen nun auf dem Prüfstand bzw. müssen definiert werden:

  • Navigationsstruktur der Seite (evtl. mit Fokus auf Produkte und Leistungen)
  • Erstellen eines Wireframes: wo wird welcher Content in welchem Format ausgespielt
  • Sind weitere AddOns denkbar, wie z.B.:
    • Ein Blog, der Mehrwerte und tieferen, spitz ausgerichteten Content liefert, der über die eigentliche Website hinausgeht
    • Chatbots, um schnell und einfach immer wiederkehrende Fragen der User automatisiert zu beantworten
    • Aufbau einer Community, über die sich User bei einem Problem an einen Ansprechpartner wenden können
    • Bewertungsmöglichkeiten der angebotenen Produkte und Services

Nur wenn sich der Interessent zurechtfindet und er Antworten auf seine Fragen erhält, fasst er Vertrauen und konvertiert dann evtl. zu einem Kunden.

Das Design ist entscheidend für eine gute Usability und User-Experience

Damit der User sich „wohl fühlt“, er sich gerne auf der Website informieren und inspirieren lässt, bedarf es auch eines durchdachten Designs, das den User führt. Eine schnelle Erfassbarkeit, möglichst geringes Ablenkungspotenzial sowie ein Fokus auf die wichtigsten, plakativen Kernaussagen erhöhen die Verweildauer und damit die Chance auf einen Lead oder einen Sale. Doch wie soll das neue Design aussehen? Der Trend geht zu einem Clean Webdesign, das den Seiteninhalt auf einen Blick transportiert und nicht mehr wie bisher in Reiter und Rubriken unterteilt. Großzügige Abstände, begeisternde Bildwelten, große Typographie sowie dezente Animationen werden die nächsten Jahre bestimmend sein.

Jedoch entscheidend dafür, was zum Einsatz kommen sollte, sind die Erwartungen und Präferenzen der Zielgruppen.

Nicht zu vergessen ist beim Design die Responsivität! Je nach Branche und vor allem im Bereich B2C nutzen immer mehr User ihre Tablets oder Smartphones. Hier ist – wie von Google gefordert (mobile first!) – responsives Design gefragt, damit die Website auf allen Endgeräten perfekt ausgespielt wird.

Das Design unterstützt idealerweise den User immer dabei, sich intuitiv von einem Schritt zum nächsten und von einer Information zur nächsten zu bewegen – ohne logische Brüche in Kauf nehmen zu müssen.

Die „Benutzerfreundlichkeit“ einer Website lässt sich an diesen Punkten – evtl. durch einen User-Test validiert – leicht überprüfen:

• Struktur und Content sind nachvollziehbar und verständlich in der Sprache der Zielgruppe aufbereitet.
• Ziel und Sinn der Website sind auf den ersten Blick ersichtlich.
• Alle Anwendungen sind leicht bedienbar und bedürfen keiner weiteren Einführung oder Erklärung, bzw. der User wird leicht verständlich geführt.
• Vom Besuch bis zum Auslösen der gewünschten Handlung durch den User ist nur eine geringe Zahl an Klicks nötig.
• Der User weiß jederzeit, wo er sich auf der Website befindet und kann sich problemlos weiter orientieren.

Werden diese Punkte beachtet, macht der User eine positive Erfahrung, fasst Vertrauen und führt die gewünschte Handlung aus: Das kann z.B. der Kauf eines Produkts sein, der Klick auf den Bewerben-Button oder der Download eines Whitepapers. Die Conversion ist vollzogen: Aus einem User wurde ein Lead oder ein Kunde.

Last but not least: Ein gutes Ranking in den Suchmaschinen (SEO)

Wird eine Website neu konzipiert und gestaltet, sollte das auch immer eine bessere Auffindbarkeit in Suchmaschinen wie Google und Co. zur Folge haben. Je besser das Ranking ist – im Idealfall auf Seite 1 bei den organischen Suchergebnissen –, umso mehr User werden die Website besuchen. Je höher der Traffic, umso höher die Conversion, umso größer der Erfolg.

Bei einem Relaunch sind für ein gutes SEO einige Punkte zu beachten:

• Sämtliche Inhaltsseiten sollten relevante Keywords in Hauptüberschriften (H1 und H2), Zwischenüberschriften (H3) und im Fließtext vorweisen können.
• Bilder sind zu betiteln, und idealerweise tauchen in der Bildindexierung weitere relevante Keywords auf.
• Metadescriptions unterstützen die Auffindbarkeit jeder einzelnen Seite für Google.
• Hat man für einzelne Keywords bzw. Seiten schon ein gutes Ranking erzielt, kann man dieses Ranking durch 301-Weiterleitungen zur neuen Website „mitnehmen“, auch wenn man die Struktur der Website komplett neu aufsetzt.

Der Relaunch einer Website ist alles andere als trivial – ein Fall für Experten

Viele einzelne Aspekte sind zu berücksichtigen, viele verschiedene Disziplinen sind so zu steuern und unter einen Hut zu bringen, dass am Ende eine performante Website geboren wird, die ihren Invest auch wieder einspielt. Alleine lässt sich diese Aufgabe für ein Unternehmen kaum stemmen, zumal der Blick von außen oft hilfreich ist. Profiwissen ist gefragt, wenn man den Anschluss nicht verpassen und den Online-Markt nicht an seine Wettbewerber verlieren möchte.

Nach dem Relaunch oder Launch einer Website gilt es, Traffic auf die Seite zu bringen.

Wie das geht und was es hierbei zu beachten gilt, lesen Sie in unserem Artikel über Online Marketing.

Titelbild: Photo by Dominik Scythe on Unsplash